Rezension: Metropol von Eugen Ruge

Buchcover Roman Metropol von Eugen Ruge

Metropol von Eugen Ruge – was für ein Buch! Von der Geschichte bin ich erschüttert und beeindruckt von dieser schriftstellerischen Leistung. 

Ruge verarbeitet die Geschichte seiner Großmutter literarisch. Die Handlung spielt 1936-1937 in stalinistischen Moskau. Terror versetzt die Bevölkerung in Schrecken. Täglich gibt es Verhaftungen, Todesurteile und zahllose Menschen werden in die Gulags (Arbeitslager) verdammt. Es kann jede:n treffen – für eine Verurteilung braucht es keinen Grund. Neben diesem Terror ist die propagandistische Fassade immer präsent: rasanter technologischer Fortschritt, der Bau der Metro, Häuser, die versetzt werden und der erste Mensch im Weltraum. Doch im Alltag überall Mangel und Armut. 

Charlotte wird mit ihrem Mann vom sowjetischen Geheimdienst suspendiert und im Hotel Metropol einquartiert. Dort harren sie aus. Immer das Gefängnis vor Augen. Wird es für sie gut ausgehen? Eine erschütternde Geschichte basierend auf historischen Quellen. Ruge gelingt es Daten und ihm bekannte historische Fragmente zu einer psychologisch authentischen Erzählung zu verweben.

Wir verfolgen die Geschichte aus der Perspektive von drei Protagonist:innen: Charlotte, Hilde, Ulrich. Wir begleiten sie und erfahren alles aus ihrer Sicht in Rückblenden und zeitlich versetzt. Alle drei Zweifeln trotz allem nicht am Sozialismus und vertrauen Stalin. Ihre persönlichen Wahrheiten passen sich an die Entwicklungen an.

Einfach wow! Nun steht auch die Famliensaga „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge auf meiner Leseliste.


Infos zum Buch

Ich habe diese Ausgabe gelesen:

  • Titel: Metropol
  • Autor: Eugen Ruge
  • Verlag: Rowohlt
  • 429 Seiten
  • 4. Auflage: 2019
  • Gebundene Ausgabe: 24 Euro
  • ISBN: 978-3498001230

2021 als Taschenbuch erschienen:

  • Taschenbuch-Ausgabe: 14 Euro
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch
  • ISBN: ‎978-3499000973
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